Konzentrationsstörungen bei Senioren

Normale Vergesslichkeit oder Konzentrationsschwäche?
Mit Tipps & Tricks zu mehr Klarheit im Kopf

Die Konzentration ist die aktive Fokussierung darauf, eine Aufgabe zu lösen, etwas zu tun oder ein Ziel zu erreichen. Da dieser aktive Zustand unser Gehirn Energie kostet und anstrengt, kann die Konzentration nur für eine begrenzte Zeit als hohes Aufmerksamkeitsniveau aufrecht erhalten werden. Es ist physiologisch vorgesehen, dass nach einer Phase hoher Konzentration eine Phase der Erholung mit niedrigerem Aktivitätsniveau benötigt wird.
Die Konzentration, also die Möglichkeit, dieses höhere Aktivitätsniveau für eine Weile aufrecht zu erhalten, kann von verschiedenen Umständen beeinflusst werden: Gravierender Nahrungsmangel, Flüssigkeitsmangel und Schlafmangel lassen eine hohe Konzentration über längere Zeit nicht zu.
Ein positiver emotionaler Zustand fördert die Konzentration und ein negativer emotionaler Zustand behindert sie.

Die Konzentrationsstörung im medizinischen Sinn wird auch als Störung der Kognition (kognitive Störung) bezeichnet und wird als Symptom angesehen. Nicht nur bei der Demenz ist die kognitive Störung ein wichtiger Faktor der Diagnosestellung.

Wichtig zu wissen ist, dass nicht jede Form der Vergesslichkeit oder Unkonzentriertheit direkt eine Konzentrationsschwäche ist. Grundsätzlich wird zwischen der kurzfristig auftretenden Konzentrationsstörung und der dauerhaften Konzentrationsschwäche unterschieden.
Bemerken Sie bei sich zunehmende Vergesslichkeit oder Verwirrtheit oder weist Sie jemand aus Ihrem Umfeld auf diesen Umstand hin, dann zögern Sie nicht, Ihren Hausarzt aufzusuchen, um sich gründlich durchchecken zu lassen.

Konzentration fördern

Die Konzentration kann durch das Schaffen günstiger Rahmenbedingungen positiv beeinflusst werden.
Eine freundliche Umgebung, ein ausgeruhter Mensch und eine vorangegangene genügende Nahrungsaufnahme sind Grundlage dafür, dass jemand sich besser konzentrieren kann und damit seine vorhandenen Reserven an kognitiven Fähigkeiten besser ausnutzen kann.
Eine Ermunterung und eine liebevolle Unterstützung sind auf jeden Fall besser geeignet, als Schimpfen und negative Kommentare, um die noch vorhandene Kognition zu unterstützen (ein wichtiger Ratschlag für Angehörige).

Von Konzentrationsstörungen betroffene Personen sollten sich außerdem selbst möglichst wenig Druck machen. Das ist zwar leichter gesagt als getan, aber eine wichtige Voraussetzung, um die Konzentration zu fördern.

Im Zusammenwirken aus Selbstmotivation und Unterstützung aus dem Umfeld werden die besten Voraussetzungen geschaffen, um die Konzentrationsstörung möglichst zu verringern.
Häufig handelt es sich auch lediglich um ein vorübergehendes Problem, das nach einer Weile von selbst verschwindet. Ist dies nicht der Fall, sollte auf jeden Fall ärztlicher Rat gesucht werden, um die Ursache zu ergründen.

Natürlich gilt es auch selbst zu differenzieren, ob es sich bloß um ein wenig Vergesslichkeit handelt, oder ob wirklich eine Konzentrationsstörung vorliegt.

Unsere Gesundheitsexpertin

Unsere medizinischen Fachtexte werden von Anke Prczygodda verfasst.

Anke Prczygodda ist Fachärztin für Allgemeinmedizin in Kiel und hat sich speziell für den Bereich ambulante geriatrische Rehabilitation qualifiziert.
Unsere Texte stammen also aus der Feder einer ausgewiesenen Expertin für Altersheilkunde.

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