Gelenkschmerzen

Schmerzende Gelenke plagen nicht nur Senioren, aber im Alter treten sie besonders häufig auf

Immer mehr Menschen, besonders Senioren, leiden an Gelenkschmerzen. Häufig werden die Beschwerden lange ignoriert. Dabei sollte bei Gelenkschmerzen, die immer wieder auftreten, unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Denn schmerzende Gelenke können Ausdruck von Krankheiten wie Arthrose, Gicht oder Rheuma sein.
Allzu oft werden diese Beschwerden als bloße Erscheinung des Alterungsprozesses angesehen und angenommen, dass sie mit ein wenig Schonung und der Einnahme der einen oder anderen Schmerztablette verschwinden. Die kann auch durchaus der Fall sein. Doch tritt nicht nach spätestens drei Tagen Besserung ein oder kehren die immer wieder gleichen Probleme auf, dann sollten Sie nicht länger zögern und einen Termin beim Arzt vereinbaren, um der Ursache auf den Grund zu gehen. Dies gilt insbesondere, wenn Sie keine fixe Ursache für die Schmerzen ausmachen können. Haben Sie am letzten Wochenende Ihrem Enkelkind beim Umzug in die neue Studentenbude geholfen oder waren Sie ungewöhnlich lange mit dem Fahrrad unterwegs, dann liegt die Erklärung für die Beschwerden nahe. Aber auch hier sollten Sie genau in Ihren Körper hineinhorchen und darauf achten, wie lange und intensiv die Schmerzen auftreten.

Treten zu den Gelenkschmerzen weitere Beschwerden, wie zum Beispiel Schwellungen oder Rötungen an der betroffenen Stelle auf, kommen Fieber oder Schwindelanfälle hinzu, dann sollten Sie dringend einen Termin bei Ihrem Hausarzt vereinbaren, um die Ursache der Schmerzen zu klären.

Hilfe bei Gelenkschmerzen

Um gezielt etwas gegen Gelenkschmerzen zu unternehmen, muss zunächst geklärt werden, welche Ursachen sie haben. Handelt es sich um Begleiterscheinungen einer Krankheit, wie zum Beispiel Gicht oder Rheuma oder sind die schmerzenden Gelenke durch körperliche Fehlhaltungen oder Überlastungen entstanden.
Auch wenn es zunächst schmerzhaft ist, sollten Sie sich unbedingt bewegen – nicht zu viel, aber der eine oder andere Spaziergang, etwas Nordic Walking oder Wassergymnastik können dazu beitragen, die Schmerzen zu reduzieren. Sehr sinnvoll sind auch gezielte Bewegungsübungen mithilfe eines Physiotherapeuten.
Ein altbewährtes Mittel gegen Gelenkschmerzen ist Kümmelöl. Die schmerzhafte Stelle wird mehrmals täglich sanft mit dem Öl massiert, nach und nach sollte Linderung einsetzten. In machen Fällen kann auch Wärme Linderung bringen, andere Menschen reagieren eher positiv auf Kühlung - probieren Sie aus, was Ihnen guttut.
Und wenn gar nichts mehr hilft, greifen Sie zu einer Schmerztablette. Müssen Sie diese in sehr hoher Dosierung oder über einen längeren Zeitraum einnehmen, sollten Sie aber unbedingt Rücksprache mit Ihrem Arzt halten.

Medikamente gegen Gelenkschmerzen

Wenn Sie unter einer Krankheit wie Arthrose, Gicht oder Rheuma leiden, sind Sie auf Medikamente gegen Gelenkschmerzen angewiesen.
Zwar sind diese Krankheiten nicht heilbar, doch können die Beschwerden durch die Einnahme bestimmter Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel gelindert werden.
Um die Schmerzen zu lindern, werden in der Regel nichtsteroidale Antirheumatika wie Ibuprofen und Diclofenac eingesetzt.
Bei akuten Gichtanfällen hilft auch Colchicin, das Gift der Herbstzeitlosen. Um derartigen Anfällen mit starken Gelenkschmerzen vorzubeugen, werden sogenannte Urikostatika eingesetzt, die dabei helfen, den Harnsäurespiegel zu regulieren.
Bei Entzündungen der Gelenke wird auf Kortison-Präparate zurückgegriffen, um die Entzündung zu bekämpfen.
Patienten, die unter Rheuma leiden, können mit Chloroquin, einem Mittel, das ursprünglich zum Schutz vor Malaria entwickelt wurde, behandelt werden.
Äußerst umstritten unter Mediziner ist der Einsatz von Hyaluronsäure. Diese wird in das Gelenk gespritzt, wo sie für mehr Viskosität sorgen soll. Krankenkassen übernehmen die Kosten für eine Behandlung mit Hyaluronsäure aufgrund der nicht nachgewiesenen Wirksamkeit jedoch nicht.

Neben der bereits erwähnten Herbszeitlosen gibt es weitere pflanzliche Mittel, die bei Gelenkschmerzen helfen können. Zu nennen sind unter anderem Beinwellwurzel, Cayenne-Pfeffer oder Kukuma. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt beraten.

Unsere Gesundheitsexpertin

Unsere medizinischen Fachtexte werden von Anke Prczygodda verfasst.

Anke Prczygodda ist Fachärztin für Allgemeinmedizin in Kiel und hat sich speziell für den Bereich ambulante geriatrische Rehabilitation qualifiziert.
Unsere Texte stammen also aus der Feder einer ausgewiesenen Expertin für Altersheilkunde.

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